Geändert am 06.07.2011
 

Henriette Kaiser

 

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Juli 2011: Zurzeit Endphase eines Readers über Frauen - Absolventinnen der Münchner Filmhochschule. Viele viele Interviews...

 

zuvor:.

 

Mohikaner

 

Joachim Kaiser:

"Ich bin der letzte Mohikaner"

Ullstein Verlagsgruppe, 396 Seiten, Hardcover

Erscheinungsdatum: Oktober 2008


Präsentationen:
9. Oktober in Berlin bei Dussmann, Moderation Ijoma Mangoldt, 18 Uhr
15. Oktober, Frankfurter Buchmesse
29. Oktober in München im Literaturhaus, Moderation Dominik Wichmann, 20 Uhr
20. November, Signierstunde um 17 Uhr bei Hugendubel in den Fünf Höfen, München
diverse Rundfunk- und TV-Termine

Inhaltsangabe:

"Hat man so kurze Daumen wie ich, kann man viele Stücke auf dem Klavier kaum spielen. Ein normaler Pianist hat sicherlich doppelt so lange Daumen. Ich bin ein anpassungsfähiger Begleiter. Das hätte ich vielleicht professionell machen können. Aber ich glaube, so wie es jetzt ist, habe ich es richtiger getroffen. Das Wichtigste ist doch, dass man seinen Beruf mit Passion ausübt. Und das ist bei mir nun einmal das kritische Reflektieren und der Äußerungstrieb." (Joachim Kaiser, Kritiker der Süddeutschen Zeitung seit 1959)

 

Leben für Musik

Aus dem Buchcover


Wenn jemand 1951 zum ersten Mal publiziert und im Jahr 2008 als knapp 80-Jähriger immer noch aktiv am Berufsleben teilnimmt, muss er sich etwas bewahrt haben, das sein Antrieb ist. Bei Joachim Kaiser ist es ganz sicher die Leidenschaft. Die Leidenschaft für Hochkultur und ihre Vermittlung.
Im persönlichen Gespräch mit seiner Tochter Henriette teilt sich nicht nur diese Leidenschaft mit. Joachim Kaiser spricht über seine frühe Begeisterung für Musik, Literatur und Theater und seine Arbeit als Kritiker, gibt Einblick in die Themen, die ihn zeitlebens beschäftigen, und berichtet von Begegnungen mit Schriftstellern, Philosophen und Musikern: von Theodor W. Adorno über Leonard Bernstein, Artur Rubinstein, Alexander Kluge, Hans-Magnus Enzensberger, Ingeborg Bachmann, Erich Maria Remarque, Anne-Sophie Mutter, Jean Pierre Ponnelle bis hin zu Christoph Schlingensief. Eine unkonventionelle Aufbereitung der Biographie und der thematischen Inhalte eines Menschen, lebendige Zeitgeschichte, unterhaltsam erzählt, abwechslungsreich dargestellt und vertieft durch Artikel aus sechs Jahrzehnten.

 

Leseproben (kommen in Kürze)

 

Entstehungsgeschichte:

Als der Dokumentarfilm Musik im Fahrtwind im April 2006 abgeschlossen war, hatte ich gute Hoffnung, vielleicht ein aufschlussreiches Portrait über meinen Vater hergestellt zu haben. Traurig war ich nur, dass viele seiner Themen keinen Platz in den 90 Filmminuten hatten. Aber ich wäre niemals auf die Idee gekommen, einen weiteren Film oder gar ein Buch über meinen Vater anzustreben. Dazu war die zweijährige Arbeit an dem Film schlichtweg zu anstrengend.


Dann aber flattert mir im November 2006 nach der ersten Fernsehausstrahlung des Filmes vom Ullstein Verlag die Anfrage ins Haus, ob ich nicht ein ähnliches Buch erarbeiten wolle. Zuerst reagieren mein Vater und ich ein wenig panisch. Mein Vater scheut eine Autobiographie. Er habe in beinahe 8000 Kritiken, Aufsätzen, Buchveröffentlichungen, Vorträgen, Radio- und Fernsehsendungen der Öffentlichkeit mitgeteilt, was ihn bewegt. Auch ich sehe mich nicht als Biographin meines Vaters, ganz abgesehen von den oben genannten Gründen.

Joachim Kaiser am Flügel

Joachim Kaiser mit Lesebrille (am Flügel)


Aber dann lockt uns doch die Möglichkeit, einige seiner Lebensthemen aufleben zu lassen. Mein Antrieb ist außerdem eine Erfahrung durch die Filmarbeiten. Da war ich schon verblüfft, wie lebendig und leidenschaftlich er über "seine" Themen spricht. Diese Leidenschaft möchte ich vermitteln. Möglichst humorvoll, leicht, abwechslungsreich, aber auch fundiert und tiefergehend.

Mein Wunsch also: Ein Buch, das sowohl Menschen ohne Vorwissen Spaß macht, sich in unvertraute Themen einzufinden, als auch Kennern Neues bietet und ihnen Querverbindungen ermöglicht, an die sie vielleicht nicht dachten. Bei jemandem wie Joachim Kaiser, der sich in den Sparten Musik, Literatur und Theater als Publizist einen Namen machte, würde in dieser Form vielleicht auch ganz en passant ein persönlicher Abriss über gut und gerne sechs Jahrzehnte Kultur- und Zeitungsgeschehen in Deutschland entstehen. So hoffe ich zumindest.

Rund zwanzig Stunden Filminterviews sind unsere Basis. Ab April 2007 ergänzen wir sie mit neuen Gesprächsrunden. Es kommen noch einmal gut vierzig Stunden zusammen. Eine Freundin von mir, Monika Greser, tippt sie tapfer ab. Ich erhalte von ihr ca 2000 Blatt Papier. Im September 2007 beginne ich mit der Konzeption und dem Schreiben.


Joachim Kaisers Antworten aus diesen Interviews bilden den Hauptteil des Buches. Nicht selten kombiniere ich die Inhalte aus drei, vier  verschiedenen Gesprächen zu einer Antwort. Manchmal werden sie von meinen Fragen unterbrochen, meist aber sind sie zu einem "gesprochenen" Text zusammengefügt, der durch "geschriebene" Texte, also seine Kritiken, Aufsätze und Essays ergänzt wird. Um die abwechslungsreiche Fülle dieses kultursatten Lebens ein wenig zu spiegeln und dokumentarisch aufzulockern, gibt es zudem Kommentare aus meiner Perspektive, schriftliche und wörtliche Äußerungen meiner Mutter und meines Bruders sowie von Freunden und Weggefährten. Dazu viele Fotos und andere Abbildungen.

Jetzt im September 2008 wird "Ich bin der letzte Mohikaner" gerade gedruckt. Und mein Vater und ich sind zart erledigt, sehr erleichtert - und aufgeregt.


 

Schlussakkord
Die letzten Monate mit Katja

Deuticke-Verlag , Februar 2006, 272 Seiten, Hardcover

btb-Verlag, Juni 2008, Taschenbuch

 

 

Ehrenpreis für Künstler und Journalisten 2006 von der BAG Hospiz

Nächste Lesung: 5. November 2008, Geretsried

 

--> Leseproben

 

 

 

Entstehungsgeschichte:

Zwei Wochen vor ihrem Tod bat mich meine Freundin Katja, sie war 37 Jahre alt, einen Film über ihr Sterben zu drehen, damit andere Menschen die Möglichkeit bekommen, sich besser auf das Ende einzustellen, als sie es konnte. Es war zu spät für so einen Film. Das wenige Material, das ich gedreht habe, habe ich bis heute nicht gesichtet.

 

Katja im Jahr 2000


Katjas Anliegen ließ mich nicht los -auch wenn ich wusste, dass ich nicht über "das Sterben" schreiben könnte. Wenn überhaupt, würde ich nur berichten können, was ich als Sterbebegleiterin erlebt habe. Aber auch das waren zu viele Ereignisse und Gefühle, um sie für andere nachvollziehbar in eine Form zu bringen. Bis ich eine Lösung fand, nämlich Katjas Sterbensweg mit einem einzigen Thema zu kombinieren, das für uns beide immer wichtiger wurde: die Glaubensfrage. Daraus entstand zunächst ein Essay, den der Bayerische Rundfunk in seinem zweiten Hörfunkprogramm am 1. November 2002 sendete:

"Annehmen und Loslassen", 25 Minuten, Bayern 2 Radio, Redaktion Sybille Giel, Sprecherin Caroline Schreiber.


Dieses Essay wurde die Basis für das Buch
"Schlussakkord", in der ich die vielen anderen Komponenten zu dem Thema einbetten konnte. Das Buch beginnt mit der Entdeckung der Krebskrankheit und endet ein Jahr nach dem Tod meiner Freundin. Parallel zu den Geschehnissen im Krankenhaus, in Katjas Wohnung, in einer Palliativstation, im Hospiz und meinen Gedanken, die gewaltige Turbulenzen durchmachten, sind meine Tagebuchnotizen und E-Mails beigefügt, die häufig dem eben Erlebten widersprechen, aber auch das Sterben in das ganz normale Leben integrieren. Dazu zwei Gedichte von Katja, geschrieben kurz vor ihrem Tod.

Katjas Zimmer zu Hause

Ein Kapitel, das indirekt mit dem Sterben meiner Freundin zu tun hat, habe ich dem Buch angeschlossen. Es streift das umstrittene Thema Sterbehilfe. Darum kommt man nicht herum, wenn man Menschen mit starken Schmerzen im Endstadium ihres Lebens sieht. Außerdem sind Palliativbehandlung und Hospizbetreuung nur zu notwendige Teilgebiete der bei uns legitimierten Sterbehilfe. Ein objektives, von Vorbehalten losgelöstes Weiterdenken scheint mir dringend angebracht.


Blumen und Todeskerzeim Hospiz vor Katjas Zimmer am Tag ihres Sterbens

 

Katja und Henriette, 1986, Berlin

 
 

 

WEITERE PUBLIKATIONEN 2001/2002:

ein paar Glossen in der SZ


PLÄNE

"Reisen". Ein Erzählband über und mit ungedrehten Film-Geschichten.